H i s t o r i e

der Sportfreunde Aegidienberg von 1958 bis heute

Vom kleinen Dorf-Fußballverein zu Bad Honnefs zweitgrößtem Sportverein

von Karl-Heinz Piel

Am Anfang der Aufbruchsjahre nach dem verheerenden Krieg standen eine kleine, fußballbegeisterte Jugend, ein echter Lederball mit Nähten und Gummiblase, Fußballschuhe mit einer Stahlkappe und hohen Schraubstollen,  ein vorhandener alter Wiesen-Sportplatz aus Zeiten des Reichsarbeitsdienstes (RAD) und des Wehrertüchtigungslagers in Rottbitze, zwei selbst gezimmerte Tore aus Vierkant-Holz von frisch geschlagenen Bäumen des Aegidienberger Gemeindewaldes, einige anpackende Männer um Albert Weber, die das Zeichen der Zeit erkannt hatten, schließlich ein neuer Vereinsname und sehr viel Begeisterung mit Blick nach vorne. Geboren war der Fußballverein Sportfreunde Aegidienberg von 1958; Ziel: Volkssport Fußball betreiben. Heute nach der erfolgreichen Arbeit von inzwischen hunderten kreativen, ehrenamtlichen Trainern und Funktionären aber auch vergüteten Mitarbeitern in bis zu elf Sportarten und unter der Leitung von neun Vorsitzenden während mehr als 50 Jahren hat sich der Verein immer wieder gewandelt. Ohne den „Fußball“ noch direkt im Namen, aber dennoch als Gründungssportart weiter fest im Bewusstsein zu tragen, ist der Verein in einem halben Jahrhundert  unter dem Kürzel SFA für „Sportfreunde Aegidienberg 58 e.V.“ zum zweitgrößten Sportverein Bad Honnefs gewachsen. Aktiven Sport zu betreiben sowie Mitmachen in Kultur, Ort- und Stadtgeschehen  als Verpflichtung, das haben sich die SFA, damals wie heute,  auf ihre Fahnen geschrieben.

Aufbauzeit: 1958 – 1974: Aegidienberger Dorfjugend wollte 1958 mal wieder dem Leder nachjagen und wurde  von Ortsvereinen zunächst kritisch belächelt Rückblickend kann man ohne Übertreibung von einer Vereins-Erfolgsgeschichte sprechen. Und diese Geschichte begann mit einem Brief von Albert Weber, dem Geschäftsführer von 1958-65 und späterem Vorsitzenden 1975-77 an den Bürgermeister der damals noch selbständigen Gemeinde Aegidienberg: „Sehr geehrter Herr Bürgermeister, ich erlaube mir, Ihnen zur gefälligen Kenntnis zu geben, dass die Jugend Ihrer Gemeinde in den nächsten Tagen einen Fußballverein gründen wird. Der Sportplatz am Himberger See befindet sich in gutem Zustand, es fehlen nur die Tore. Wir wären Ihnen dankbar, wenn Sie bei der Beschaffung der Tore behilflich sein könnten!“ Diese Tore aus Aegidienberger Holz waren schon  bald gezimmert und aufgestellt. So konnte der Verein mit dem damals etwas ungewöhnlichen neuen Namen als „Fußballverein Sportfreunde Aegidienberg 58“ nach der konstituierenden Mitgliederversammlung im „Gasthof zur Dorfschenke“ am 20. April 1958 auch offiziell, -aber immer ein wenig in Erinnerung an den früheren alten Rasensportverein 34-, seine junge, sportliche Laufbahn beginnen. Die kleine aus 13 Dörfern bestehende Siebengebirgsgemeinde mit gerade mal  2.200 Einwohnern hatte, wie auch früher schon häufiger, mal wieder einen neuen, noch kleinen Fußballverein. Obwohl mit Franz Bramayer ein bekannter Lehrer an dessen Spitze stand, wurde der Neuling von den „gestandenen“ traditionellen Ortsvereinen zunächst kritisch belächelt, weil man mit Blick auf die früheren Sportvereine auch bei diesem Fußballneuling keine lange Existenzzeit vermutete. Aber man sollte sich täuschen,  denn die neuen Sportfreunde gingen ihren  anfangs noch beschwerlichen Weg auf den Sportplätzen des Kreises  wie auch im Orts- und Vereinsgeschehen immer mit neuen Zielen vor Augen. Sogar eine „Alte Herren-Mannschaft“- heute förderndes Rückgrat der Fußballer- nahm schon  5 Jahre nach der Vereinsgründung seinen Spielbetrieb auf.  Man lebte damals noch in einer kleinen, überschaubaren, aber von seinen Bewohnern geliebten Dorfgemeinschaft, wo jeder den anderen kannte. Diese Dorf-Gemeinde Aegidienberg begann aber bald kontinuierlich zu wachsen und besaß  sogar stolz ein eigenes Wappen, das an der Stirnwand der alten Schule, jetzt Gemeindebüro, zu bewundern war. Dieses heimatliche Wappen zeigte neben Oelberg, Lohrberg und Löwenburg auch das Schachbrett der früheren Löwenburger Herren und die Kirche von St. Aegidius, dem Namensgeber des Ortes. Auch die Fußballer mit ihrem jetzt neu gewählten Vorsitzenden, dem Hausarzt Dr. Gerhard Bergmann, waren stolz auf ihren Heimatort. Sie blieben stets heimatverbunden, auch nachdem Aegidienberg mit seinen Dörfern ab 1.8.1969 „nur noch“ als Stadtteil nach Bad Honnef eingemeindet wurde. Die Einwohnerzahl des Stadtteils wuchs über die Jahre bis auf heute 7.000 Einwohner, und diese Entwicklung sollte  auch das Vereinsgeschehen erheblich beeinflussen.

Aber zurück in das Jahr 1958: Sofort wurde auf dem alten Sportplatz zwischen den hohen Abraumhalden des alten Himberger Steinbruchs in zwei Seniorenmannschaften  aktiv Fußball trainiert und gespielt. Zwei  Seniorenmannschaften nahmen, noch viele Jahre ohne offiziellen Trainer, bald  den Spielbetrieb auf. Auf die Betreuung und Förderung von Nachwuchs legt man schon früh großen Wert. Eine A-Jugend (16-18 Jahre) war kurze Zeit später als Unterbau vorhanden, während eine C-Jugend (bis 14 Jahre) später auch noch aufgebaut wurde. Erster Erfolg war in der Saison 1960/61 der Aufstieg der 1. Mannschaft in die 2. Kreisklasse, wo man bis 1966, als der erste offizielle Trainer seine Arbeit aufnahm, mehr oder weniger gegen den Abstieg kämpfte. Das besserte sich erst nachhaltig, als sich die Jugendarbeit auszahlte und man zu Beginn der Siebziger in der Klasse sogar Plätze ganz vorne belegte und dann 1972/73 –lang ersehnt- ins Kreisliga-Oberhaus aufstieg.

Mit der Führung der Sportfreunde durch den Architekten Rolf Böckmann im  Jahr 1965 kam durch eine ganz neue Struktur mehr sichtbarer Erfolg in den Verein mit seinem Umfeld. Die Sportfreunde erhielten erstmals eine Satzung und  wurden beim Amtsgericht als „e.V“ eingetragen während -für Spenden wichtig-  die Gemeinnützigkeit vom Finanzamt anerkannt wurde. Die Zeit des Umkleidens im Keller des 2 km entfernten Vereinslokals Küpper am Markt wurde nach  Mahnung des Kreis-Fußballausschusses mit dem Bau einer Holzbaracke am Platz endlich beendet. Auch eine Flutlicht-Trainingsplatzbeleuchtung folgte und die Finanzen, über Jahre ein Problem des mit 130 Mitgliedern noch kleinen Vereins, bekam man- ein Verdienst des verstorbenen Oswald Mauer- endlich in den Griff. So war der Verein bei seinem  „Zehnjährigen“ sportlich, organisatorisch und finanziell auf einem guten Weg und wurde auch im Ort inzwischen voll anerkannt.  Dazu trug auch eine inzwischen eifrige Pressearbeit bei. Der Sportplatz hatte sich von der Wiese zum Sandplatz gewandelt. Später wurde auch noch eine große „Feierbude“ mit „der längsten Theke vom Jillienberg“ dort errichtet. So konnte man während der Hans Küpper-Gedächtnis-Sportwochen den damals sehr  großen Besucheransturm bewältigen. Der inzwischen stark gewachsene Nachwuchs in allen Jugendmannschaften wurde zum Rückgrat des Vereins und  versprach eine sichere, aber auch spannende Zukunft des Fußballs in Aegidienberg.

Man begann jetzt,  auch mal über den Tellerrand hinaus zu schauen, um vielleicht auch anderen Sportarten unter dem Dach des Fußballvereins  Sportfreunde Aegidienberg 58 e.V.  eine  Zukunft zu bieten. Ein erstes kleines Ziel in dieser Richtung war erreicht, als 1971 der ehemalige Leistungsleichtathlet und Trainer Horst Hermanny damals  in der kleinen Turnhalle des Gymnasiums im Honnefer Tal die ersten Mitglieder einer Gymnastikgruppe begrüßen konnte. Unter seiner Leitung wurde bald im Fußballverein eine kleine, aber feine  Gymnastikgruppe sehr aktiv. Dass sich dieses kleine Häuflein  später einmal, nachdem der Verein durch Turnhalle und neue Abteilungen explosionsartig wachsen konnte, als Gymnastik/Leichtathletik- und Schwimmabteilung zur größten Gruppierung des Vereins entwickeln sollte, ahnte damals noch keiner. Nach Jahren erfolgreicher Aufbauarbeit übergab der Vorsitzende Rolf Böckmann 1975 den Staffelstab der Vereinsführung an den Vereinsgründer Albert Weber. Weitere spannende und besonders aufregende Jahre sollten folgen.

SFA wird erwachsen:  Kleiner Dorf-Fußballverein wächst ab 1975 mit  seinen Sportabteilungen unter einem Dach zum  zweitgrößten städtischen Sportverein Endlich war es soweit. Aegidienberg bekam 1975 eine Einfach-Sporthalle an der Schule. Das weckte sofort große Begehrlichkeiten im Ort, diese Halle jetzt auch außerhalb des Schulbetriebes mit neuen Sportarten zu nutzen. So hatte bereits  eine kleine Tischtennisgruppe um Paul Weinz  in privaten Räumlichkeiten im Ort sowie im Saal Dahm die Tradition früherer TT-Vereine wieder aufgenommen. Dort jagte man bereits dem „berühmten kleinen Celluloid-Ball“ nach. Jetzt sollte umgehend mit „Ziel Hallennutzung“ ein offizieller, neu zu gründender  Verein folgen. Und auch von einem Basketballverein wurde bereits hier und da  gesprochen, während auch  die  noch kleine,  vereinsinterne Gymnastik- und Leichtathletikabteilung Expansionsgedanken mit verstärkter Jugendarbeit sowie Schwimmen in der neuen Lehrschwimmhalle hegte. Diese Pläne wurden aufmerksam vom Vorstand des kleinen Fußballvereins verfolgt. Man wollte wachsende Konkurrenz rechtzeitig auffangen und in gemeinsame Bahnen zu lenken versuchen. Die Idee, sich jetzt entwickelnde sportliche Vielfalt  unter dem Dach der Sportfreunde Aegidienberg zusammenzuführen, war geboren. Der Verein zog, wie man heute weiß,  das damals einzig richtige Fazit: Ein großer, sportlich verzweigter Verein ist in Bedeutung und Wirkung nach außen erheblich schlagkräftiger, als viele kleine konkurrierende Vereine im Ort. Von dieser Idee ließen sich bald auch die „Neugründer“ überzeugen. Das Ergebnis: Die Sportfreunde Aegidienberg hatten ab 1975 mit Fußball, Gymnastik/Leichtathletik/Schwimmen, Tischtennis und Basketball sechs Sportarten unter einem großen Vereinsdach mit den Buchstaben SFA in den 3 Rauten vereinigt. Aber damit begannen auch schon die „Anfangswehen“, denn es fügte sich nicht direkt zusammen, was in Einigkeit zusammen gehören sollte. Diese rasante Entwicklung ging nicht reibungslos und ohne heiße Diskussionen und Schwierigkeiten über die Bühne, wenn man auch heute mit Gelassenheit auf die Anfangsjahre der neuen SFA zurückblickt.

Die traditionellen Fußballer beispielsweise fürchteten jetzt um ihre bisher guten personellen wie auch finanziellen  Ausstattungen. Nicht ohne Grund, beanspruchten doch  die neuen Abteilungen, -hier insbesondere die Basketballer-, ein großes, wenn nicht sogar das größte Stück dieses neuen Kuchens. Basketball wollte „aus dem Stand“ schnell wachsen und sofort erfolgreich sein. Das brachte vorübergehend ein Gerangel um die Nr. 1 im jetzt größer werdenden Verein, denn Jugendspieler  nahmen das Angebot gleich mehrerer Abteilungen wahr. Dazu schlugen beispielsweise die Fußballer vor, zukünftig Jugendspieler im Verein jährlich immer nur für eine Abteilung spielberechtigt zuzulassen. Der SFA-Gesamtvorstand lehnte dies ab weil man wusste, dass sich dieses Problem mit der Zeit einpendeln würde. Damit war die  Wahlfreiheit für eine oder auch mehrere Sportarten bis zum heutigen Tag garantiert. Die Bewältigung aller Probleme gestaltete sich  für den Gesamtvorstand wirklich nicht leicht,  und die damaligen Akteure und Verantwortungsträger mussten sich oft ein „dickes Fell“ wachsen lassen. Hinzu kam, dass  der Gesamtvorstand zu Beginn der Neuorientierung als SFA gleichzeitig auch noch Fußball-Abteilungsvorstand war. Finanzwart H.F. Eul und Geschäftsführer K.H. Piel hatten schließlich die Idee, allen Abteilungen mit Abteilungsvorstand unter dem Dach der SFA absolute  Führungsfreiheit und vor allem Finanzgestaltung zu geben. So konnte jeder  seine Finanzen selbst regeln und auch, wie bei einem eigenständigen Verein, für Einnahmen sorgen. Sie setzten diese bis heute gültige Lösung damals  auch gegen den Widerstand ihres Vorsitzenden durch. So konnte das anfängliche Gerangel um aktive Jugendsportler und die Verteilung der vorhandenen Finanzmittel mit der Verabschiedung einer neuen Satzung so nach und nach beendet werden. Die neue “Vereinsverfassung“ war in diesen Tagen immens wichtig. Mit ihr war, das weiß man heute,  dem damaligen Gesamtvorstand ein großer zukunftsweisender Wurf gelungen. In ihrem Text  wurde  zwar  der „Fußballverein“ im Vereinsnamen gestrichen, gleichzeitig aber die  Bedeutung des Fußballs als Gründungssportart weiter betont und eine strenge Trennung der Finanzen für alle Zeit festgeschrieben. Der Gesamtvorstand erhielt abteilungsübergreifende Befugnisse in der Gesamt-SFA und dazu einen kleinen, übergeordneten  Etat. Damit bestritt er laufende Ausgaben im Rahmen der Vorstandsarbeit. Er konnte aber auch finanzschwachen Abteilungen vorübergehend unter die Arme greifen, bis deren Abteilungs-Etat wieder saniert war. Und hier lag letztendlich der Schlüssel zum Erfolg, wie man heute weiß. Bald kehrte Ruhe ein und der Verein mit allen seinen Abteilungen begann, sich im Sportbetrieb zu konsolidieren. Die positive Entwicklung drückte sich auch in den Mitgliedszahlen aus. 1970 hatte der Verein nur 220 Mitglieder aber alleine im Jahre 1975 stieg die Zahl von  308 Mitgliedern am 1. Januar auf 585 Vereinszugehörige am 31. Dezember. Albert Weber  gab 1977 das Vereinsruder an Peter John von Freyend ab. In dessen 6 jähriger Amtszeit erhöhte sich die Mitgliederzahl weiter. Bis 1983 stieg sie auf weit über 900 Mitglieder an, so dass  jeder sechste Aegidienberger jetzt SFA-Mitglied geworden war. Der Verein wurde zu einer sehr großen Sportlerfamilie. In die „Ära John von Freyend“ fielen der komplette Sportplatzneubau, Einweihung am 12.8.79 und der Bau des lange herbeigesehnten Sportheimes. Es wird seit dem 28.11.1981 von den SFA verwaltet und genutzt. Mit optimistischem Zukunftsblick bewegte  sich in dieser Konsolidierungsphase vor allem sportlich sehr viel bei den SFA.

Die Fußballer waren zwar inzwischen den Weg wieder zurück in die Kreisliga B gegangen. Der 1. Fußball-Abteilungsleiter Helmut Schwarz und seine Helfer taten mit einer guten Jugendarbeit aber alles für einen erneuten Aufstieg. Den konnte man bereits 1979 während des Sportplatzneubaus auf dem Ittenbacher Ausweichsportplatz feiern. Es lag bestimmt nicht am neuen Abteilungsleiter Karl-Heinz Junior, dass nach 2 Jahren  im Kreisligaoberhaus der Weg der „Ersten“ erneut in die B-Klasse  führte. Der Begriff „Fahrstuhlmannschaft“ ging um, denn  umgehend gelang der erneute Aufstieg in die A- Klasse, und jetzt wollte man dort auch bleiben. Die Fußballer hatten inzwischen mal wieder ihren Abteilungsleiter gewechselt. Claus Elbert, bereits Alte Herren-Boss, übernahm für 10 Jahre erfolgreich die Führung. Mit neuem Trainer, der viele Neuzugänge  mitbrachte, erreichte man souverän  mit 3 Punkten Vorsprung die Herbstmeisterschaft und träumte bereits von der Bezirksliga. Nach  spielerischem Einbruch jedoch reichte es zum Schluss nicht und man schrammte hauchdünn am Aufstieg vorbei. Ein weiteres Jahr in der A-Klasse war noch vergönnt, dann traf man wieder auf alte Bekannte in der Kreisliga B. Noch einmal sollte Jahre später für zwei Spielzeiten der Aufstieg gelingen. Danach aber traf  man sich immer wieder in der B-Klasse und musste sogar in Auswirkung vernachlässigter Jugendarbeit für ein Jahr  in Kreisliga C absteigen. Daraus hat man  gelernt, die Jugendarbeit wieder angezogen, und heute ist „die Erste“ wieder Spitzenelf der Kreisliga B  und nun spielt  sie nach dem Aufstieg mit Beginn der Saison 2014/15 zum 8. Male wieder in der Kreisliga A.

Auch die Gymnastik/Leichtathletik und Schwimmabteilung war durch die neuen Möglichkeiten in der  Turn- und Schwimmhalle förmlich explodiert. Hier leistete Horst Hermanny mit seinen Helfern hervorragende Aufbauarbeit. Viele Gruppen wie Gymnastik für Erwachsene, Turnen für Kinder  und sogar „Mutter und Kind-Turnen“ wurden aktiv. Horst Hermanny gründete dazu noch eine Leichtathletik- Leistungsgruppe, die im Laufe der Jahre viele Stadtmeister stellen konnten. Logische Folge war somit auch das seit 1978 bis heute angebotene Training für das Deutsche Sportabzeichen. Für das Schwimmen in der Lehrschwimmhalle bildete Allroundmanager Horst Hermanny dann auch noch Rettungsschwimmer als Aufsichtskräfte aus. So konnte hier bald der Schwimmbetrieb aufgenommen werden. Den hohen Standard hat die jetzt größte SFA-Abteilung bis heute gehalten.

Seit 1948 wurde, immer mit Unterbrechungen, in Aegidienberg Tischtennis gespielt. Jetzt, in der neuen Turnhalle und unter dem Dach der SFA stand dem „Sport des kleinen Zelluloidballes“ unter Abteilungsleiter Paul Weinz wieder eine große Zukunft bevor. Und die nutzten die Sportler an der grünen Platte. Schnell wuchsen die Aktivenzahlen im Senioren- und Jugendbereich. Zeitweise bis zu 11 Mannschaften nahmen aktiv am Spielbetrieb teil. Aufstiege in höhere Klassen blieben so nicht aus. Kreisliga für die Herren und Bezirksliga bei den Damen sowie Bezirksliga bei der Jugend waren die Erfolgsetappen. Die alljährlichen internen Abteilungsmeisterschaften sind sehr beliebt. Tischtennis ist und bleibt  in Aegidienberg eine gerne gesehene und nicht mehr weg zu denkende Sportart.

Basketball, eine bis dahin unbekannte Sportart im Ort, begann am 9. Juli 1975,  als diese Abteilung gegründet wurde. Mit Vollgas legte man sofort an den hohen Körben in der Aegidienberger Halle los.   Zwei  Senioren- und eine Jugendmannschaft, -darin auch von anderen Vereinen nach Aegidienberg gewechselte Spieler-, nahmen unter einem professionellen Spielertrainer und dem Abteilungsleiter Uwe Buttgereit den Spielbetrieb auf. Es folgte schon bald eine rasante  Expansion unter Gründervater und Förderer Detlev Rickert.  Fünf  Jugend- und vier Seniorenmannschaften in der Spielzeit 1977/78 waren erfolgreich und  der Höhepunkt der Entwicklung wurde der Aufstieg der Herren sowie der Damen in die Landesliga. Fehlende Hallenstunden und die sehr hohen Kosten der Abteilung, die von den SFA nicht getragen werden konnten, führten aber schon bald zum Niedergang des zunächst sportlichen Höhenfluges. Die Abteilungsleitung trat bereits am 2.3.78 zurück und die Abteilung wurde danach zunächst kommissarisch vom neuen Vorsitzenden Peter John von Freyend geleitet. Bis heute wird immer wieder Basketball unter wechselnder Führung bei den SFA gespielt, aber nicht mehr in der zurückliegenden professionellen Art.

SFA 1983 mit Zukunftsorientierung: Ein funktionierendes Gemeinwesen will auf seinem Weg das bisher Geschaffene bewahren und kreativ weiterentwickeln.

Man schrieb das Jahr 1983.  Peter John von Freyend gab jetzt die Vereinsführung an Jochen Burger, Leiter der hiesigen Spardaka, ab. Acht Jahre waren inzwischen vergangen, seit aus dem kleinen Fußballverein die große SFA wurde. Viele erfolgreiche Jahre, in denen viel Sport betrieben, aber auch viele Vereinsfeste gefeiert wurden sowie außersportliche große kulturelle Veranstaltungen stattfanden. Die alljährlichen Sportwochen, die SFA-Familienfeste am Sportplatz, Weihnachtsfeiern, Karnevalswagenbau und das schon seit 1991 jährlich von den Alten Herren (AH) organisierte „Lachende Sportheim“ wären hier zu nennen. Aber auch die Unterstützung  von „SFA-Prinzenpaaren“ sowie die von den SFA im Vierjahresrhythmus ausgerichtete Kirmes zählen dazu. Mit den vielen kulturellen Veranstaltungen der AH bei denen namhafte Künstler zunächst im alten Saal Dahm und später im Bürgerhaus auftraten, setzte man schließlich Akzente im Ort. Und dann gab es da auch noch die unvergessenen Vereinsjubiläen.  1983 stand ein großes Jubiläum an, das erfolgreiche Bestehen über ein Vierteljahrhundert. Da galt es natürlich, im Kreise der großen SFA-Familie und darüber hinaus mit ganz Aegidienberg kräftig zu feiern. Es war an der Zeit, allen zu danken, die Vertrauen in den Verein gesetzt und ihn ein Vierteljahrhundert unterstützt hatten. Dazu stand auf dem Aegidiusplatz ein Riesenzelt, das an allen drei Tagen aus den Nähten platzte.. Das Fest mit dem Höhepunkt „Bläck Föös“  wurde zu einem Bombenerfolg. Auch das später nachfolgende 3-tägige Jubiläum zum „Vierzigsten“ wieder im Zelt auf dem Marktplatz war mit den „Höhnern“ ein Höhepunkt der Vereinsgeschichte. Und schließlich kam noch  das „Fünfzigste“ im Jahr 2008 mit Veranstaltungen übers Jahr verteilt und einem 3-tägigen festlichen Höhepunkt im Bürgerhaus. Diese Feiern  bleiben im Gedächtnis Aegidienbergs haften. So,  wie zuletzt auch das 3-tägige Alte Herren-Jubiläum zum Fünfzigsten im Jahre 2013 am Sportplatz mit dem FC Schalke 04.

Die Vorsitzenden Jochen Burger 1983-1993 und erneut 1999-2001 wie auch Jörg Adelt 1993-1999 und der leider viel zu früh verstorbene Raimund Hardt 2001-2005 ebneten weiter den Weg des Großvereins und öffneten gerne die Türen, wenn neue Gruppierungen anklopften, um im Haus der SFA ihren Sport zu betreiben.

So gab es seit 1986 für viele Jahre die Abteilung  Sportkegeln die in Meisterschaften auf der heimatlichen Bundeskegelbahn in der Gaststätte „Zur Dorfschenke“ und auch auswärts erfolgreich war. Mit dem drohenden Wegfall der Heim-Kegelbahn war auch die Einstellung des Meisterkegelns vorprogrammiert.

Im Jahre 1988 wurde nach einer Idee von Thomas Borowski und Friedhelm Pinnen die Abteilung „SFA Tri-Power“ gegründet. Die  Ausdauersportler machten  zunächst mit dem „Himberger See-Triathlon“, später dann mit den überregionalen Duathlon-Meisterschaften auf sich aufmerksam. Nunmehr schon seit über 15 Jahren findet das Großereignis „Siebengebirgsmarathon“ alljährlich unter der Regie dieser Abteilung statt. Der Name SFA und der Siebengebirgsort Aegidienberg wurden dadurch nicht nur in Insiderkreisen sondern allgemein über das Siebengebirge hinaus bekannt.

Showtanzen an Karneval und auch während des Jahres hatten sich im Oktober 1994 einige Aegidienberger junge Damen vorgenommen und wollten diese sehr attraktive,   sportliche Betätigung im Sportheim trainieren. Sehr erfolgreich, wie sich zeigte,  denn bald schon häuften sich über Jahre auch die öffentlichen Auftritte nicht nur auf den Bühnen des Karnevals. Leider ist hier eine kleine Pause eingetreten. Man hofft aber auf neues Leben im SFA-Showtanz.

Zu Beginn des Jahres 1997 bildete sich unter der Leitung von Siggi Hagen eine kleine Jiu Jitsu-Gruppe, die im Sportheim am Sportplatz einige Zeit trainierte. Leider hatte diese Sportart keine dauerhafte  Zukunft bei den SFA, wie auch Volleyball sich heute nicht mehr im Programm der Sportfreunde befindet.

2005 übernahm der Vereins-Tausendsassa Claus Elbert, Akteur in mehreren Sportarten die Vereinsleitung. Mit seiner 10 jährigen Erfahrung als Alte Herren-Boss und 10 Jahren als Leiter Abteilung Fußball war er prädestiniert für die oberste Führung. Bis heute ist er somit amtierender kreativer Vorsitzender der SFA. Er hat „tausend Ideen“, die er gerne mit seinen vielen Helfern umsetzen möchte. Sein bisheriges Schaffen ist mit großen Erfolgen innerhalb des Vereins verbunden. Der neue Kunstrasenplatz, das unvergessene Vereinsjubiläum zum „Fünfzigsten“, die Idee zur Mitwirkung der SFA in der OGS und jetzt die laufenden Bemühungen um eine neue Turnhalle. Mit Hilfe der großen Spende des 91-jährigen Breitensport-Mäzen Joseph Bellinghausen und unter finanzieller Mitwirkung der Stadt soll sie, das ist die Hoffnung des SFA-Vorsitzenden, im Ort bald gebaut werden. Wenn auch die städtischen Gremien noch zögern, die Hoffnung bleibt, mit neuer Halle noch mehr Sport unter der Fahne und den 3 Buchstaben der SFA zu betreiben. Beim „Fünfzigjährigen“ schrieb Bürgermeisterin Wally Feiden: „Ich danke den SFA für ihr sportliches und heimatverbundenes Engagement, das sie während ihres Bestehens gezeigt haben!“ Dem braucht man eigentlich  nichts hinzufügen.

Sport, Heimat und Kultur waren sind und bleiben stets die Verpflichtungen der in fünf Jahrzehnten  zu einem namhaften und großen  Verein gewachsenen  „Sportfreunde Aegidienberg 58 e.V.

 

Schlusshinweis: Aus redaktionellen Gründen konnte die Geschichte der jeweiligen SFA-Abteilungen nur angerissen werden. Ausführliche Historie der einzelnen Abteilungen sind in den Homepageseiten der jeweiligen Abteilung eingeplant